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Hattert

ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist die größte Ortsgemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Hachenburg.

Hattert liegt zwischen Hachenburg und Altenkirchen, auf der sog. Altenkirchener Hochebene im Vorderwesterwald. Die Hochmulde Hatterter Grund erstreckt sich auf eine Höhe von 265 m bis 349 m. Der in Gehlert entspringende Rothenbach fließt durch den Hatterter Grund; in Oberhattert wird er durch den Selbach und in Niederhattert durch den Aggerbach vergrößert und mündet als Hatterter Bach zwischen Winkelbach und Hanwerth in die Wied. Am Rand des Hatterter Grundes verlaufen die Bundesstraßen 413 und 414, deren Schnittpunkt bei Hachenburg liegt.
Hattert gliedert sich auf in die Ortsteile Oberhattert - Mittelhattert - Niederhattert -Hütte und Laad.

Entstehung

Anhand der historischen Ortsnamen Hatterts wird angenommen, dass der Ort als Siedlung bereits im 11. Jahrhundert bestand. Es wird davon ausgegangen, dass aus einer äfrnkischen Einzelhofsiedlung die Siedlung Hattenrode entstand. Dieser Teil von Hattert trug später die Flurbezeichnung Auf dem Frankenhof und noch heute wird er von den Einwohnern so genannt. Ab 1180 steht der Hatterter Grund unter der Herrschaft des Grafen von Sayn. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes ist auf den 13. Dezember 1373 datiert (das Originaldokument befindet sich unter der Akten-Nr. 74/484 im hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden). Wie bei den meisten umliegenden Ortschaften lässt der Name bzw. dessen historische Vorgänger, auf eine Rodungssiedlung schließen, für die Waldstücke abgeholzt wurden.

Im Hatterter Grund entstanden die Orte Niederhattert, Mittelhattert, Oberhattert, Laad und Hütte. Der Hatterter Grund gehörte zu den Kirchspielorten Kroppach und Altstadt (letzteres heute Teil von Hachenburg), deren Grenze der Rothenbach darstellte. So wurden die einzelnen Orte teils Kroppach, teils Altstadt zugeordnet.

In der Zeit vor 1402 entstand der niederadelige Name Nail von Hattenrode (auch Nayl oder Nayll), zu dessen Hof ab 1427 die Mühle im Hatterter Grund gehörte. Der letzte Vertreter dieses Geschlechts, Wilhelm von Hattenrode, starb etwa 1523, worauf wechselnde Besitzverhältnisse des Hofs Hatteroth (später Hof Sophiental) folgten.

Grundherren über das ganze Gebiet waren die Grafen von Sayn, bis 1799 Sayn-Hachenburg an Nassau-Weilburg kam. Ab 1806 gehörte der Hatterter Grund durch die Gründung des Rheinbundes zum Herzogtum Nassau.

1817 erfolgte der Zusammenschluss von Niederhattert und Laad zu einer Gemeinde, gleiches erfuhren Mittelhattert und Hütte. Letztere wurden 1818 durch Aufnahme der Gemarkung Hof Sophiental weiter vergrößert. 1866 wurde das Herzogtum Nassau als Folge des Deutschen Krieges von ßPreuen annektiert. So wurden die Ortschaften im Hatterter Grund ab 1867 dem Oberwesterwaldkreis mit Verwaltungssitz in Marienberg zugeordnet.

Ab 1946 gehörten die Ortschaften zu Rheinland-Pfalz, Regierungsbezirk Montabaur, zwischen 1968 und 2000 dann zum Regierungsbezirk Koblenz. Am 7. Juni 1969 wurden die Dörfer Niederhattert mit Laad, Mittelhattert mit Hütte sowie Oberhattert dann zur Gemeinde Hattert zusammengeschlossen und stellen seitdem die größte Gemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Hachenburg dar.

Eisenbahn
 
Am 1. April 1885 wurde das Teilstück Altenkirchen-Hachenburg der sog. Oberwesterwaldbahn eröffnet, mit einem Bahnhof in Hattert, dessen Bauzeit allerdings nicht mehr genau datiert werden kann. Erste Pläne für eine solche Eisenbahnlinie gab es bereits 1842, das letzte Teilstück Altenkirchen-Au/Sieg wurde am 1. Mai 1887 freigegeben. Ab 1. August 1901 verband eine Schmalspurbahn die Orte Hachenburg und Selters (Westerwald) (Kleinbahn-AG Selters-Hachenburg). Der Streckenverlauf führte direkt durch den Hatterter Grund und Niederhattert sowie Oberhattert verfügten über eine Haltestelle. 1950 begann die Demontage der Schmalspurbahn; heute ist nur noch an wenigen Stellen in Hattert der Streckenverlauf sichtbar. Der ehemalige Bahnhof der Oberwesterwaldbahn ist heute eine Bedarfshaltestelle, das dazugehörige Gebäude befindet sich in privatem Besitz.

Schulen

1820 entstehen in Oberhattert und Niederhattert je ein Schulgebäude. Mit der nicht mehr genau datierbaren Schule in Hütte gab es so insgesamt drei Schulgebäude im Hatterter Grund. Die Oberhatterter Schule war auch nach umfassenden Reparaturen bereits 1887 für untauglich befunden worden, aber ein Neu- oder Umbau konnte aus Geldmangel und wegen Meinungsverschiedenheiten der Verantwortlichen nicht durchgeführt werden. Erst am 3. Oktober 1911 wurde ein neues Schulgebäude in Oberhattert fertiggestellt und das vorherige abgerissen. In den 1960er Jahren wurde der Schulbetrieb in Hattert ganz eingestellt. Die Schüler verteilen sich bis heute auf die Grundschule in üMschenbach, die Haupt- und die Realschule in Hachenburg sowie das private Gymnasium der Zisterzienserabtei Marienstatt.

Kirche

1940 wurde eine katholische Filialkirche in Oberhattert gebaut, welche 1948 zur Kapelle erweitert und nach einem Brand 1996 neu aufgebaut wurde. 1957 kam die Pfarrkirche Maria Königin auf gleichem Grundstück hinzu, sowie die Pfarrstelle Hattert-Merkelbach.

Am 1. Januar 2007 wurden die Kirchengemeinden Hachenburg und Hattert-Merkelbach zusammengelegt zur Pfarrgemeinde St. Marien Hachenburg-Hattert. Pfarrkirche ist seitdem Maria Himmelfahrt in Hachenburg und Maria Königin in Hattert Filialkirche.

Quelle: Wikipedia

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