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Ein Kirchturm ist der zu einem Kirchengebäude gehörende Turm. In den meisten christlich geprägten Ländern ist Versammlungshalle mit Turm das Grundschema von Kirchengebäuden, obwohl es für den Turm keine theologische Begründung gibt.
Hochragende Steintürme und -säulen lassen sich in den ältesten Kulturen finden. Sie symbolisieren überwiegend die männliche Fruchtbarkeit. Im alten Orient gab es die mesopotamischen Zikkurate. Sie lieferten über die Legende vom Turmbau zu Babel christlichen und islamischen Baumeistern die Idee des himmelhohen Turms. Eine Verbindung voller Widersprüche: Während die Zikkurate Tempelbauten darstellten, schildert das alte Testament den Turmbau nicht als Gottesverehrung, sondern als menschliches Aufbegehren gegen Gott.
In der ersten Zeit ungehinderten Kirchenbaus, also seit der Zeit Konstantins, hatten Türme keine überragende Bedeutung. Seit dem 6. Jahrhundert bekamen Kirchen in Italien freistehende Glockentürme (Campanile), beispielsweise in Sant'Apollinare Nuovo in Ravenna. Seit dem 7. Jahrhundert entstanden unter dem Islam Moscheen mit dem Minarett. Separate Rundtürme sowie Kirchen mit Rundturm gehören zu den frühen Erscheinungen auf den Britischen Inseln.
Im 11. Jahrhundert wurden Kirchtürme zum dominierenden Element von Kirchenbauten der Westkirche und damit von abendländischen Stadtsilhouetten.
Aus dem theologischen Konzept und der Symbolik des Christentums lässt sich das Phänomen des Kirchturms nicht erklären. Eine sakrale Nutzung erfolgte allenfalls im Erdgeschoss der Türme, als Kapelle oder Teil des Kirchenschiffs. Allein der vor allem bei romanischen Basiliken häufige Vierungsturm fügt sich in die Symbolik, als weiterer Kreuzesbalken senkrecht zu Hauptschiff und Querschiff. Der Vierungsturm war nicht selten höher als die Glockentürme, wie bei Saint Sernin in Toulouse. Ab dem 12. Jahrhundert dominierten dann die Westtürme oder, in Deutschland und Skandinavien auch bei großen Kirchen, der eine Westturm.
Quelle: WIKIPEDIA
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